Sich selbst zuhören - Selbstgesprächsregulation


Was geht denn jetzt ab? Der hört einfach auf?

 

Ein Freund von Ihnen läuft bei einem Stadtlauf mit. Plötzlich und komplett unvermutet gibt er auf. Was ist passiert?

 

Aus der Sicht des Freundes:

Heute gehts echt gut. Ich bin locker und gut im Plan. Puls und Zeit sind genau dort wo mein Trainer und ich geplant haben. Dann, so ungefähr in der Mitte: der Strecke meine Beine werden schwer. Kein Problem, damit habe ich gerechnet. Genau in dem Moment kommt ein Konkurrent von hinten. Ich höre wie er hinter mir nachläuft und das Tempo hält. Wenn ich jetzt durchhalte, kann ich ihn wieder abschütteln. In dem Moment wird er schneller, kommt auf meine Seite und läuft locker und entspannt neben mir her. Er läuft genau mein Tempo. Was will der? Er wird schneller. Jetzt dran bleiben. Jetzt nur nicht den Anschluss verlieren. Der wird immer schneller. Ich schaffe es nicht an ihm dran zu bleiben. Er wird immer kleiner. Mein Puls ist extrem hoch. Ich muss ihn wieder runter bekommen. So ein A....., wieso rennt der mein Tempo, wenn ich eh keine Chance gegen ihn habe. Sch..... meine Zeit wird schlechter und den Puls bekomme ich auch nicht in den Griff. Jetzt bekomme ich auch noch einen Krampf im Bein. Sogar meine Schultern tun weh. Ich bin viel zu verspannt um eine gute Zeit zu schaffen. Schon wieder überholt mich einer. So wie der rennt müsste ich ihn locker einstecken. Heute ist echt ein Sch....tag. Ich mag nicht mehr. Komm! A bissl gehts no! Nur noch ein paar Kilometer! Wie war das mit dem aus dem Körper aussteigen und sich selbst laufen sehen? Wieso geht das jetzt nicht? Also heute funktioniert überhaupt nichts. Wenn ich mich nicht bald einkrieg hör ich auf. Dann soll´s halt heute nicht sein. Ich glaub heute soll´s einfach nicht sein. Ich hör auf.....

 

Lange bevor Menschen mit einem Unternehmen aufhören, schlägt ihr Selbstgespräch um. Ja, ich habe das Wort "Unternehmen" bewusst gewählt. Ich meine damit sowohl sportliche Aktivitäten, Wettkämpfe, Beziehungen und auch den Job und die eigene Firma. 

 

Zunächst läuft alles gut. Alles rennt so wie gedacht. Aller Anfang ist schwer, aber wir sind auf einem guten Weg. Dann ist der Anfang vorbei und wir sollten durchhalten. Wir beginnen uns Gedanken zu machen. Meist drehen sich die Gedanken im Kreis. So wie bei dem oben beschriebenen Läufer. 

 

Wenn wir erkennen, dass unser Selbstgespräch umschlägt und wir wissen, dass wir genau jetzt gegensteuern müssen, dann ist es einfach. Große Dinge sind zu Beginn immer klein. Das gilt auch beim Selbstgespräch. Wenn wir es ein wenig später erkennen, auch kein Problem. Nachdem wir es erkannt haben, können wir gegensteuern. 

 

Um mein Selbstgespräch regulieren zu können muss ich zuhören. Ich muss mir selbst zuhören! Wenn ich vor mich herlabere und mein Selbstgespräch zu einem unkontrollierten Mantra werden lasse, dann kann es entgleiten. Erkenne ich, was ich mir da selbst erzähle, dann kann ich direkt auf meine Motivation einwirken. 

 

Meistens schlägt lange bevor wir aufgeben das Selbstgespräch um. Wenn ich erkenne, dass mein Selbstgespräch umgeschlagen ist, habe ich noch viel Zeit bis ich aufgebe. Ich habe noch viel Zeit mein Selbstgespräch in eine gute Richtung zu lenken. 

 

Kennen Sie schon Techniken zur Selbstgesprächsregulation, dann achten Sie in den nächsten Tagen auf Ihr Selbstgespräch und üben Sie wieder ein wenig. 

 

Kenn Sie diese Techniken nicht, es gibt viele gute Bücher darüber. Wenn Sie einen Tipp haben möchten gehen Sie einfach auf mein Kontaktformular. Schreiben Sie mir kurz hinein worum es geht und wieviel Sie über dieses Thema schon wissen. Ich schicke Ihnen ein paar Vorschläge. 

 

Oder Sie gehen zu einem Coach oder Mentaltrainer. Diese Menschen sind genau darauf spezialisiert und können Ihnen in kurzer Zeit Techniken zeigen. 

 

Was wir alle machen müssen, damit wir unsere Selbstgespräche in den Griff bekommen ist: 

 

Uns selbst zuhören!

 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß, bei Ihrem Unternehmen!

Wolfgang Scherleitner

 

  

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