Erfolg: Interview mit Sabine Regina Glatz

 

 

Sei glücklich! - Jetzt!


Was waren Deine ersten Schritte zum Erfolg?

 

Interessante Frage. Was ist überhaupt Erfolg? Für mich bedeutet Erfolg, den Mut zu haben, wirklich Mein`s zu machen, authentisch zu sein.

 

Die meisten messen ihren Erfolg am Umsatz. Fehlt der Umsatz, beginnt man, an sich zu zweifeln und glaubt, dass man was falsch gemacht hat. Man orientiert sich am Außen und fangt an, sich zu verbiegen, eine Rolle zu spielen. Vielleicht kommt dann auch mehr Umsatz, meist aber nur für kurze Zeit, weil man so eine Rolle nicht lange durchhält.

 

Von klein auf lernt man, sich an Werten und Überzeugungen anderer zu orientieren. Man wird von seinen Eltern oder Lehrern gelobt, wenn man in deren Augen etwas gut und richtig gemacht hat. Später sind‘s dann die Vorgesetzten oder Partner. Auch ich hab` früher nach den Werten anderer gehandelt. Diese Schablone, die einem da übergestreift wird und an der man sich ja auch gut orientieren kann, fehlt dann aber plötzlich in der Selbständigkeit. Deshalb sucht man gerne nach Ersatz, nach Anhaltspunkten wie z.B. Umsatzzahlen - sozusagen zum Festhalten.

 

Erfolg bedeutet für mich, sich genau davon frei zu machen und es zu schaffen, selbst festzulegen, was für einen richtig oder falsch ist. An sich zu glauben, seine eigene ganz persönliche Einstellung zu den Dingen zu finden.

 

Eine riesige Herausforderung am Anfang. Aber auch ein gigantischer Erfolg, wenns`d das dann schaffst. Wenn das, was du tust, dir auch wirklich entspricht, folgt auch der entsprechende Umsatz. Er ist die Reaktion auf dein authentisches Handeln. Genial oder? Du erlebst Erfolg schon bevor der erste Umsatz kommt. Ich sehe die Welt als unser Spiegelbild. Spielst du eine Rolle und zeigst dich daher nicht, kann die Welt dich auch nicht sehen. Bist Du es dir aber wert und zeigst dich, dann bist du es auch der Welt wert.

 

Mein erster Schritt zum Erfolg war daher, herauszufinden, wie ich ticke, wo meine größten Stärken liegen, und was ich in diese Welt einbringen will. Mir war und ist wichtig, dass ich meinen individuellen Weg gehe, ganz egal, ob das jetzt gerade üblich und modern ist oder nicht. Dann folgte die nächste Herausforderung, dies alles zu Papier zu bringen und in einen umsetzbaren Businessplan zu verpacken.

 

Du hast mit der Kombination von Planung, Beratung und Coaching eine Lücke gefunden, die ich so nicht kenne. Wie bist Du auf die Idee gekommen, dass das ein Geschäft sein könnte?

 

Aufgrund meiner Beobachtungen. Immer mehr Menschen wollen gerne selbst ihr Haus oder ihren Umbau entwerfen. Das Internet macht`s möglich, denn dort findet man unzählige Informationen, Ideen und Programme hierfür. Ist der Rohentwurf fertig, gehen sie damit zum Baumeister. Dieser berücksichtigt

dann noch Statik, Bauphysik, Baugesetze, etc.… und setzt den Entwurf um. Der Blickwinkel eines Architekten fehlt aber.

 

Andere wiederum entscheiden sich für ein Fertighaus. Die Auswahl ist mittlerweile so groß, dass es nicht leicht ist, sich zu entscheiden. Hat man ein passendes Haus gefunden und entspricht jenes einem Standardtyp, dann werden oft viel zu viele Kompromisse bei den Grundrisslösungen eingegangen. Dabei könnte man mit den richtigen Impulsen den betreffenden Grundriss noch in Absprache mit dem Anbieter adaptieren. Aber wen fragt man, der hier objektiv berät?

 

Zum Architekten gehen meist jene, die nicht selbst entwerfen wollen und sich vom Stil des betreffenden Architekten angesprochen fühlen. Aber auch hier recherchieren viele parallel dazu im Internet nach Informationen, um keine Fehler zu machen. 

 

Ich habe in allen drei Fällen beobachtet, dass sich die meisten Menschen gängigen Trends unterwerfen, sich selbst verlassen. Der Entscheidungsdruck ist außerdem unheimlich groß geworden, weil man Angst hat, etwas falsch zu machen. Mein Ansatz ist daher, dass ich den Menschen Fragen stelle und ihnen aufmerksam zuhöre, mich in ihr Leben und ihre Lebensgewohnheiten einfühle. Ich beginne also immer erst mit Coaching. Ich schau`, ob die genannten Wunschbilder meiner Kunden von außen geprägt sind, oder tatsächlich ihren Wünschen, Zielen und liebgewonnenen Gewohnheiten entsprechen. Erst dann mache ich konkrete Umsetzungsvorschläge.

 

Außerdem biete ich auch einzelne Beratungsstunden an, unabhängig davon, ob ich mit der Planung beauftragt werde. Hier unterstütze ich dann entweder beim Start der Planung bzw. der Suche mit Coaching und Fachwissen, oder ich checke bereits vorhandene Pläne danach, ob die betreffenden Wünsche und allgemeine Planungskriterien berücksichtigt sind. Ein zweiter Blickwinkel also. Ich verfüge auch über ein tolles Netzwerk an Baumeistern, Professionisten, Handwerkern und co.

 

Was ist der Grundstein für Deinen Erfolg?

 

Mein Potential und meine Freude am Tun.

 

Welche Einstellung ist wichtig?

 

Der Glaube an deine Idee und dein Können. Und du musst dir bewusst machen, dass du entscheidest

Du solltest dir auch Unterstützung zugestehen. Als Selbständiger setzt man nämlich nicht nur das um, was man gelernt hat, sondern man übt viele weitere Berufe zugleich aus; Buchhalter, Verkäufer, Manager, Betriebswirt, Texter, etc. Das alles will erst mal gelernt sein.

 

Manchmal ist es auch wichtig sich Unterstützung in seinem eigenen Bereich zu holen.

 

Ohja, der beste Coach kann sich selbst nicht coachen. Ich glaube, auch Verkaufstrainer brauchen selbst Verkaufstraining (lacht). Es ist sehr wichtig, sich einen zweiten Blickwinkel zu holen, weil man selbst manchmal einen blinden Fleck hat. Den kann meist nur jemand Außenstehender erkennen und aufzeigen. So hat man dann wieder Klarheit und einen besseren Überblick für den nächsten Schritt.

 

Wie siehst Du das mit der Konkurrenz?

 

Es heißt ja, dass man für einen guten Businessplan den Markt nach seinen Konkurrenten absuchen und auch deren Preispolitik eruieren soll. Man muss sich schließlich von anderen unterscheiden.

 

Sich zwanghaft von anderen zu unterscheiden, funktioniert aber nicht, weil man sich dabei eben auf die Anderen konzentriert und nicht auf sich selbst. Das bringt nichts außer Stress. Wenn du dagegen einfach

authentisch agierst, bist du so und so einzigartig und unterscheidest dich automatisch von anderen.

 

Meine Geschäftsidee war zu Beginn für mich wie mein Baby, das ich beschützen wollte. Aber ich konnte meine Idee nicht ewig beschützen. Ich musste ja schließlich rausgehen, mich zeigen und daher den Mut haben, mich dem Risiko zu stellen, dass mich jemand kopieren könnte. Also bin ich rausgegangen und hab mich gezeigt! Und ein`s ist klar: Es gibt NIEMANDEN, der deine Dienstleistung so macht wie du, so spricht, fühlt und denkt wie du. Er/Sie kann maximal deine Kopie sein, aber nie das Original. Daher konzentrier` ich mich auf Kooperation statt auf Konkurrenz.

 

Gibt es Zeiten, in denen Du alles hinschmeißen möchtest?

 

Nein auf keinen Fall, aber ich fürchtete nach einem Jahr schon mal, dass ich aufgeben müsste. Einerseits hatte ich mir vorgestellt, dass alles viel schneller ins Laufen kommt, habe damals also noch meinen Erfolg an der äußeren Reaktion und am Umsatz orientiert. Dann stellte ich dieses Denken langsam um und stieß auf Selbstzweifel. Zweifel daran, ob ich wirklich fähig bin, mein eigenes Unternehmen zu führen. Aber das waren einfach Phasen, kurze Tiefs, die dazu gehören und die ich durchgestanden habe. Diese Phasen haben sich letztendlich sogar als unheimlich wertvoll erwiesen, denn genau daran bin ich gewachsen.

 

Was hast Du vor Deiner Selbstständigkeit gemacht?

 

Nach meinem Architekturstudium habe ich insgesamt 12 Jahre lang als Planerin und Planungsleiterin in zwei Architekturbüros gearbeitet. In der Zeit hab` ich viel an Erfahrung gesammelt in Punkto Entwurfs- und Einreichplanung, Projekteinteilung, Bauherrenbetreuung, Mitarbeiterführung, und -einschulung. Berufsbegleitend habe ich eine mehrjährige Coaching-/Trainerausbildung gemacht.

 

Wie bist Du zu Deinen ersten Kunden gekommen?

 

Ich habe optimale Kooperationspartner gesucht und mir dabei überlegt, wo meine potentiellen Kunden anzutreffen sind. Genau dort bin ich hingegangen und habe vorerst mal Probecoachings angeboten. Durch dieses Schnuppern sind schon die ersten Empfehlungen entstanden. 

 

Es ist meiner Meinung nach wichtig, dass du irgendwo anfängst, auch wenn du damit vielleicht noch kein Geld verdienst. Dabei kannst du dann schon die ersten Erfahrungen sammeln und siehst, wie und ob`s so funktioniert, wie du dir das vorgestellt hast. Und man lernt dich und deine Dienstleistung dabei kennen.

 

Was ist Deiner Meinung nach das Haupthindernis für Erfolg?

 

Selbstzweifel und die falsche Definition von Erfolg.

 

Jetzt hätte ich gerne noch einen Satz, den Du unseren Leserinnen und Lesern mitgeben möchtest:

 

Sei glücklich!

Sei glücklich! – Jetzt!

 

 

Zum Menschen:

 

Sabine Regina Glatz unterstützt mit Ihrem Unternehmen "behomeing" Menschen, die Veränderungen Ihrer Räume vornehmen möchten; Neubau, Umbau, Umgestaltung oder Umzug. Sie sieht sich als „CoPilotin“, da sie ihren Kunden immer genau dann und in der Form zur Verfügung steht, wie jene sie gerade brauchen. Mit Coaching, Fachwissen, Pläne-Check oder Planung. Sie fühlt sich in ihre Kunden hinein, um nicht ihren Stil überzustülpen, sondern die Authentizität ihrer Kunden bei der Planung zu fördern.

 

www.behomeing.at

 

 

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