Erfolg: Interview mit Johanna Thomas

 

Bleib dran!


 

Was waren die ersten Schritte zum Erfolg?

 

Ich bin eine Spätstarterin. Ich habe erst mit knapp 40 begonnen meine eigene Firma zu gründen. Zuerst musst du dir mit dir selbst ausmachen, was du willst.

 

Die Idee für meine Lampen hatte ich aus Amerika. Die haben mir aber nicht gefallen und daher hab ich mich zunächst an einen Korbflechter gewandt. Bei einem Kunstschmied habe ich dann mit der Herstellung der ersten Modelle begonnen. Der Kunstschmied und ein Drechsler haben mit mir gemeinsam die ersten Lampen angefertigt. Zuerst habe ich selbst verkauft und sukzessive habe ich Verkäufer aufgenommen, die dann den Verkauf für mich übernommen haben.

 

Was ist der Grundstein für Deinen Erfolg?

 

Man muss immer innovativ sein und etwas Besonderes suchen.

 

Ich nehme mir viel Zeit zum Nachdenken. Gerade bei meinen Produkten muss ich viel Nachdenken. Jetzt gerade teste ich ein neues Öl. Am liebsten teste ich meine Produkte bei mir zu Hause, wo ich ein eigenes Labor habe.

 

Hattest Du auch Zeiten, in denen Du dachtest, dass es nichts Neues mehr gibt?

 

Es geht immer auf und ab. Diese Zeiten hat es eigentlich nie gegeben. In meinem Kopf schwirren ständig neue Ideen. Das dauert manchmal länger, es gibt aber immer was Neues. Jetzt ist es einfacher für mich, weil ich den Lukas (Anm: Enkel) an meiner Seite habe und dadurch finde ich auch wieder mehr Zeit für

Kreativität.

 

Welche Einstellung ist wichtig?

 

Ich suche ständig Veränderung. Ich bin ein unsteter Mensch.

 

Ich musste mich auch zwingen, damit ich bei den Lampen bleibe. Du musst durchhalten können. Irgendwann musst du beschließen, dass es das jetzt ist. Dann musst du durchhalten. Selbstvertrauen muss man sich erarbeiten. Du musst dir immer wieder sagen, dass du es schaffst.

 

Welches Gefühl hattest Du bei dieser Entscheidung?

 

(Atmet tief durch) Ich musste mich zum Detail zwingen. Ich wollte was Neues suchen. Jetzt suche ich das Neue im Detail.

 

Gibt es Zeiten, in denen Du alles hinschmeißen möchtest?

 

Ich hatte einmal eine Zeit, da hat mir die Idee nicht gut gefallen. Man musste die Lampen direkt befüllen. Ich habe mich dann von der Firma auszahlen lassen habe mir eine 3-jährige Auszeit genommen, in der ich nur entwickelt habe. In der Badewanne und überall im Haus verteilt waren die Öle und Kerzen. Es hat gerochen wie in der Kirche. Am Ende der drei Jahre habe ich meine Ideen dann zum Patent angemeldet.

Später hatte ich solche Zeiten immer wieder – für einige Minuten, vielleicht Stunden, maximal Tage. Das mach ich mit mir selbst aus.

 

Was hast Du vor Deiner Selbstständigkeit gemacht?

 

Ich habe einen AHS-Abschluss und habe dann doch nicht weiterstudiert. Zunächst wollte ich studieren, habe es aber dann doch nicht gemacht. Mein Vater war Notar in Mödling und ich war dort in der Buchhaltung tätig.

 

Dann sind die Kinder gekommen. Als mein Vater in Pension gegangen ist, bin ich in die Buchhandlung meines Ex-Mannes. Dort wollte ich eine Art Libro aufziehen. Das gefiel meinem Ex-Mann aber nicht.

In meinem Haus in Mödling war ein Trachtenmodegeschäft frei geworden. Ich habe dann dieses Geschäft sieben Jahre geführt. Während dieser sieben Jahre habe ich mit der Entwicklung der Lampen begonnen. Mir war die Tätigkeit im Trachtenmodenverkauf zu wenig kreativ. Ich wollte mich verwirklichen. Ein Freund hat mir in Amerika die Grundidee für die jetzigen Lampen gezeigt. Mir haben weder das Design noch der Mechanismus gefallen. Die Grundidee war aber da.

 

Du warst zuerst in der Buchhaltung, dann Buchhandlung, dann Trachtengeschäft und jetzt Kerzen. Wie hast Du erkannt, das ist es jetzt?

 

Ein Modegeschäft war nicht meines. Das hat mir keine Freude gemacht.

 

Also wären die Lampen nicht in Dein Leben gekommen, hättest Du weitergesucht bis Du das Richtige

gefunden hättest.

 

Ja, genau!

Meine Freunde wussten, dass ich etwas suche.

 

Wie bist Du zu Deinen ersten Kunden gekommen?

 

Ich bin zu meinem Wirten, bei dem ich hin und wieder essen war, gegangen und habe ihn gefragt, ob das was für ihn sein kann. Dann habe ich Bekannten in der Gastronomie gezeigt, was ich alles im Sortiment habe. Ich wollte in der ganzen Welt verkaufen. Kurz darauf hatte ich Kunden in Amerika und Australien.

 

Was ist dein Tipp für die heutige Zeit umgelegt?

 

Suche dir ganz gezielt deine Kunden aus. Schaue auch, ob diese Kunden auch Menge machen können. Die Menge macht´s aus.

 

Und – viel darüber sprechen.

 

Was ist Deiner Meinung nach das Haupthindernis für Erfolg?

 

Geld ist sehr oft ein Problem und es kommt auch auf die Branche an. Das größte persönliche Hindernis ist Unstetigkeit. Ich muss von der Richtigkeit überzeugt sein und ich muss dran bleiben. Ich war immer überzeugt, dass sich der Erfolg einstellen wird.

 

Jetzt hätte ich gerne noch einen Satz, den Du unseren Leserinnen und Lesern mitgeben möchtest:

 

Bleib dran und dann gelingt Dir alles!

 

 

Zum Menschen:

Johanna Thomas gründete das Unternehmen Candol 1988 als Einzelunternehmerin. Die ersten Kerzen und Öle entwickelte sie selbst. Heute liefert das Unternehmen in 80 Länder weltweit.

 

www.candol.com

 

 

Buchtipp:

Buchtipp selbst habe ich heute keinen. Es ist sehr wichtig, dass man sich Wissen aneignet. Deshalb möchte ich an dieser Stelle empfehlen Kurse und Seminare zu besuchen.

 

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