Erfolg: Interview mit Astrid Haltmeyer

 

Don´t dream it - Be it!


 

Was waren Deine ersten Schritte zum Erfolg?

 

Ich war sehr oft Co-Trainerin bei einem großen Seminaranbieter. Mir fiel auf, dass sich die Seminarinhalte wiederholen. Ich konnte die Struktur darin erkennen. Irgendwann habe ich mir dann

gedacht: „Das kann ich auch!“ Ich habe genau analysiert, was mir aufgefallen ist und erkannte, was ich anders machen möchte. Mir wurde klar, dass die Zeit gekommen war mich auf eigene Beine zu stellen. Mir ist es wichtig, dass ich mit den Teilnehmern persönlich in Kontakt stehe. Dieser Kontakt geht vom ersten Gespräch bis dorthin wo der Teilnehmer entscheidet, dass es Zeit ist, zu gehen. Ich weiß von allen 400 Teilnehmern, die bis dato bei mir in Seminaren waren, die Geschichte und was sie jetzt machen.

 

Was ist die Eigenschaft, die der Grundstein für Deinen Erfolg ist?

 

Flexibilität

 

Alle meine Seminare und Coachings haben eine Grundstruktur. Das, was mich erfolgreich gemacht hat, ist

eine sehr hohe Flexibilität. Mein Team und ich gehen auf die Bedürfnisse und Wünsche der Gruppe ein und gestalten den Seminartag danach, was die Teilnehmer interessiert UND was Seminarinhalt ist.

 

Welche Einstellung ist wichtig?

 

Ab dem Zeitpunkt, als ich beschlossen habe, mich selbstständig zu machen, war ich nie nur Trainer oder nur Coach, sondern in erster Linie Unternehmerin. Das war auch der Grund, warum ich von Anfang an einen Institutsnamen gewählt habe. Ich habe mir gleich einen Institutsnamen zugelegt.

 

Na der is jo aufglegt bei Dir! (Anm: der Institutsname)

 

Ja das stimmt! (lacht!) Es ist wichtig sich mit seinem eigenen Betrieb total zu identifizieren. Ich sage immer: „Ich bin das Institut.“ Ich sage nie: ich bin Trainerin oder Coach. In erster Linie bin ich Unternehmerin. Ich mache die Arbeit der Trainerin super, super gerne. Diese Tätigkeit ist maximal ein Drittel der Arbeit, die notwendig ist. Die Hauptarbeit ist Akquise.

 

Wie würdest Du das gewichten? Gerade am Anfang…..

 

15% Administration, wie Buchhaltung, Angebote, Rechnungen

30 % aktives Halten von Trainings und der Rest ist Marketing, Verkauf und Akquise.

Also 55%, und das wollen viele nicht machen. Viele sind super Trainer und super Coaches, wollen aber Marketing und Verkauf nicht machen und sind deshalb nicht erfolgreich.

 

Also ohne Keilen geht’s nicht?

 

Nein das stimmt nicht so. Bei mir kosten Erstgespräche nichts. Dabei ist es wichtig zu schauen, ob wir beide miteinander können. Das, was ich unter Keilen verstehe, mag ich gar nicht. Ich spann mein Spinnennetz auf und wenn sich einer darin verfängt ist er dran. Diese Art von Akquise gibt’s bei mir nicht.

 

Jetzt bist Du schon in einer Situation, in der Du Klienten ablehnen kannst. Bei Menschen, die am Anfang ihrer Selbstständigkeit stehen, ist das häufig anders.

 

Ja, die müssen fast jeden nehmen, weil sie das Geld brauchen. Wichtig ist, dass der Kunde nie das Gefühl hat, dass er es ist, der den Karren aus dem Dreck zieht mit den Euros, die er da spendet. Dann ist es aber nicht mehr als eine Spende.

 

Gibt es Zeiten, in denen Du gerne alles hinschmeißen möchtest?

 

Ja, ich nenne das „Betriebsmalaria“.

Da weiß ich, das dauert drei Tage. Da beutelt‘s einen durch und ich denk: „Wie wird das alles weitergehen?“ Am dritten Tag ist es dann vorbei. Da weiß ich dann das war wieder die Betriebsmalaria.

 

Was hast Du vor Deiner Selbstständigkeit gemacht?

 

Ich war Disponentin und dann Keyaccounterin.

 

Wie bist Du zu Deinen ersten Kunden gekommen, die man ernst nehmen kann?

 

Es war immer Zufall. Wobei heute würde ich das nicht mehr so nennen. Bei meinem ersten großen Auftrag hat mich eine Co-Trainerkollegin von dem Seminaranbieter von dem ich Dir vorher erzählt habe angerufen: „Mir ist ein Trainer ausgefallen. Kannst Du das übernehmen?“

 

Es war Berufsorientierung für Arbeitslose. Sie hat mir dann Unterlagen geschickt und dann hab ich das gemacht. Die Teilnehmer haben mich gemocht und dann wurde ich gefragt, ob ich nicht einen Kurs haben möchte. Das war dann mein erster großer Auftrag über mehrere Jahre. Ich habe immer wieder über mich und meine Firma erzählt und so sind Menschen auch direkt zu mir gekommen. Die haben das dann verbreitet und und und...

 

Ich habe auch Co-Trainings bei anderen Anbietern übernommen. Die haben dann bemerkt, dass ich was kann und haben mich dann auch als Haupttrainerin gebucht. Von dort wurde ich dann für andere Unternehmen direkt gebucht. Es geht meist Eines ins Andere über.

 

Wie wichtig ist Netzwerken für Dich?

 

Ja, das tu ich gerne. Es muss nicht immer was kosten. Netzwerken bedeutet nicht, dass ich gleich was verkaufe. Ich mach auch viel pro bono.

 

Gerade am Anfang verzettelt man sich in sinnlosen Aktivitäten. Wie erkennst Du den Unterschied zwischen Aktivitäten, die was bringen, auch wenn´s einmal länger dauert und Aktivitäten, die nichts bringen? Die zweiten nenne ich Pseudoaktivitäten. Es ist ganz leicht. Du kommst schnell drauf, dass ein Treffen in der Netzwerkgruppe irgendwo im Nirgendwo nix bringt.

 

Wie?

 

Na Du kommst dort hin, dann werden Brötchen gegessen und Sekt getrunken. Wenn dann alle Leute dort sind, die ich eh kenne. Und ich denke mir, wann wird endlich genetzwerkt? Wenn der ganze Abend so rennt, dann geh ich kein zweites Mal mehr hin.

 

Es gibt Situationen, von denen man weiß, dass sie was bringen würden und macht es trotzdem nicht. Hast Du eine Idee woran das liegt?

 

Ja klar! Man hat Angst, aufgeplattelt zu werden. Nicht von den Anderen, sondern von sich selbst. Keine Angst, ich hab das selbst durchgemacht. Am Anfang hab ich herumgeeiert. Dort lernst Du, wie du in einer

Minute unterbringst, worum es in deinem Geschäft geht.

 

Es gibt Menschen, die die Tätigkeit der Trainer und Coaches anders sehen als wir selbst. Wo siehst Du das Hauptproblem darin?

 

Dass nicht erkannt wird, dass unsere Arbeit sehr kreativ ist und im Kopf entsteht. Und außerdem, dass unsere Arbeit unsere Berufung ist und wir sie deshalb gerne machen. Dadurch entstehen Konflikte.

 

Wenn ich ein neues Seminar vorbereite, dann liege ich auch der Couch und es entstehen Bilder. Wenn das jemand Anderes sieht, denkt diese Person, dass ich nur herumliege. Für mich ist das Arbeit.

 

Kann es auch sein, dass es ein wenig Neid ist?

 

Ich glaube es ist Unverständnis. Viele können sich nicht vorstellen, dass Facebook & Co Arbeit, also Marketing ist.

 

Am Vormittag gehe ich oft schwimmen. Ich muss ja für den Abend fit sein, weil da mein Arbeitstag beginnt. Wenn jetzt jemand nur meinen Vormittag sieht, weil er selbst am Abend vor dem Fernseher liegt, dann entsteht der Eindruck, dass ich nur Freizeit habe. Auch das hier ist keine Arbeit für mich. Ich sitze hier mit einem Freund und wir plaudern. Das, was wichtig ist, ist das Ergebnis.

 

Jetzt hätte ich gerne noch einen Satz, den Du unseren Leserinnen und Lesern mitgeben möchtest:

 

Träum‘ es nicht – lebe es!

 

Das ist seit 16 Jahren mein Slogan, den ich mit 23 Jahren schon gewusst habe und zu einer Lebensmaxime gemacht habe. Ich habe damals die Rocky Horror Picture Show gesehen und mit dem Lied „Don’t dream it – Be it!“ hat sich sehr viel für mich geändert.

 

Jedoch: Träumen allein ist zu wenig. Man muss es auch umsetzen. Dabei helfen wir von AHA Erlebnisse.

   

Zum Menschen:

 

Astrid Haltmeyer ist Geschäftsführerin des Instituts AHA Erlebnisse® in Wien 21 und seit 16 Jahren erfolgreich im Trainingskontext tätig.

 

www.aha-erlebnisse.at

 

 

Literaturtipp:

Sachen gibt´s: Wie man auf Alltagssituationen auch anders reagieren kann

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