Immer fleißig sein!

 

Was ist fleißig sein wirklich?


An meinem ersten Schultag erzählte mir der Lehrer eine Geschichte über Heinzelmännchen, die Schülern früher geholfen hatten. Nur ein Schüler wollte eines fangen. Aus Protest kommen diese Heinzelmännchen seit diesem Tag nicht mehr. Wenn wir recht fleißig wären, würden die Heinzelmännchen dann wieder kommen. 

 

Heute ist der erste Schultag hier im Osten Österreichs und ich erinnere mich an diese Geschichte wie wenn es gestern gewesen wäre. Ich erinnere mich auch noch daran was mir zu dieser Geschichte einfiel:

"Solche Säcke diese Heinzelmännchen, zuerst konnten die Schüler faul sein und das machen, was ihnen Spaß gemacht hat und nur weil der eine deppert war, sind die jetzt eingeschnappt." 

 

Ich dachte auch noch: "Ich will da raus, weil ruhig sitzen bleibe ich sicher nicht den ganzen Tag!"

 

Das mit dem ruhig Sitzen war tatsächlich ein Problem und alle, die mich persönlich kennen, können sich das sicher gut vorstellen. 

 

Was ich glaube ist, dass die Heinzelmännchen vor dem Ruhigsitzen-und-immer-fleißig-sein-System geflüchtet sind. Sie sind zu den Menschen geflüchtet, die sich Zeit nehmen um die Sachen zu machen, die jetzt gerade wichtig sind. Wichtig für sie persönlich und nicht für alle anderen. Die Heinzelmännchen haben nämlich erkannt, dass das Ruhigsitzen-und-immer-fleißig-sein-System ins Burn-Out führen kann. Weil das alles keinen Spaß macht.

 

Noch immer hören ich in kleinen und großen Seminaren, dass wir viel Arbeiten müssen um erfolgreich zu sein. Es ist wichtig immer und viel zu arbeiten. Nur keiner sagt was ich genau arbeiten soll. Das muss ich nämlich selbst herausfinden. 

 

Nur wenn ich ganze Zeit hackl wia a Depp, dann komm ich nicht zum Nachdenken. Zum Nachdenken, welche Arbeit Sinn macht. 

 

Dale Carnegie & Assoc beschreiben in "Der Erfolg ist in Dir!" den Tag von Winston Churchill:

"Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Winston Churchill, damals Ende Sechzig, Anfang Siebzig, jahrelang sechzehn Stunden täglich und leitete die Kriegsoperationen Englands. Eine phänomenale Leistung. Sein Geheimnis? Er arbeitete jeden Morgen bis elf Uhr im Bett, las Berichte, diktierte Befehle, führte Telefonate und hielt wichtige Besprechungen ab. Nach dem Mittagessen legte er sich wieder hin und schlief eine Stunde. Abends ging er erneut ins Bett und schlief zwei Stunden, bevor er um acht zu Abend aß."

 

Sie beschreiben auch, welchen Sinn das hatte: "Er ging nicht gegen seine Müdigkeit an. Das brauchte er gar nicht. Er kam ihr zuvor. Weil er mehrmals ruhte, konnte er durcharbeiten, frisch und ausgeruht, bis lange nach Mitternacht."

 

Aus der Sicht von vielen gilt ein Mensch, der bis elf im Bett bleibt und dann noch zwei Mal ein kurzes Schläfchen macht als faul. Ich glaube man kann nicht behaupten, dass Winston Churchill faul war.

 

 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß wenn Sie fleißig sind und das tun was Ihnen gut tut!

Wolfgang Scherleitner

 

 

An´s no: Die, da oben auf dem Bild ist meine Tochter bei ihrem ersten Schultag. Meine Frau und ich schauen, dass meine Kinder so gut wie fast immer Spaß in der Schule haben. Aus unserer Sicht ist der Spaß am Leben das Wichtigste um erfolgreich zu sein. 

 

Und no an´s: Meine Kinder danken es uns mit wenig Streß, a Gaudi in da Schui und guten Noten!

 

  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0