Gastblog von Juraj Gubi - Wie viel wert ist Dein Selbstwert?

 

Wie viel wert bist Du Dir selbst?


Viele Menschen definieren ihren Selbstwert über äußere Faktoren wie Besitz, Aussehen und Talent. Der Maßstab sind dabei immer die anderen, mit denen es zu konkurrieren gilt. Im Extremfall kann dieses Verhalten jedoch unglücklich und sogar krankmachen. Doch mit der richtigen Technik und Denkweise kannst du lernen, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln und diesem Teufelskreis zu entkommen.

 

Ob dünn oder dick, klug oder dumm, schön oder hässlich, vermögend oder arm, erfolgreich oder bodenständig - wir alle sind Gottes Kinder und uns allen ist grundsätzlich der gleiche intrinsische Selbstwert gemeinsam. Wir alle haben das gleiche Recht auf das Leben und das Glück und sind von ebenbürtiger Bedeutung. Dennoch liegt es in unserer Natur und Erziehung, uns selbst als etwas Besonderes sehen zu wollen. Dabei machen wir unser Selbstwertgefühl nicht selten davon abhängig, wie gut wir in bestimmten Faktoren im Vergleich zu anderen abschneiden. Kann ich mit meinem Nachbarn mithalten? Bin ich gut genug? Oder könnten mich andere mit einer Abschätzigkeit betrachten, weil ich ihren Maßstäben nicht gerecht werden kann?

 

Dieses Verhalten ist zu einem guten Teil antrainiert. Schon in unserer Kindheit wachsen wir mit einem stetig zunehmenden Leistungsdruck auf und leiten nicht selten später unser Selbstwertgefühl davon ab. Auch gut gemeinte elterliche Vergleiche mit anderen Kindern, Schulnoten und nicht zuletzt die Medien formen in uns über die Jahre hinweg den Gedanken des permanenten Konkurrenzdrucks. Fühlt man sich diesem nicht gewachsen, kann das Selbstwertgefühl massiv darunter leiden. Wir fühlen uns ungeliebt und wertlos, werden unzufrieden und im schlimmsten Fall sogar depressiv. Und so rennen wir sehenden Auges in unser Unglück und hecheln tagein tagaus einem Ideal hinterher, welches uns davon abhält, wirklich glücklich zu sein.

 

Das typischste Symptom, dem viele verfallen, ist die Definition des Selbstwertes über den eigenen Besitz. „Mein Haus, mein Boot, mein Auto“. Es folgt dem Gedankenmuster „ich habe nicht genug, also bin ich nicht genug“. Dabei schielen wir stetig auf das, was andere vorzuweisen haben und beginnen uns über das, was wir selbst besitzen, zu identifizieren. Und so entspinnt sich das Verlangen nach immer vielfältigeren, exotischeren oder teureren Besitztümern. Nur mit dem eigenen Haus, dem rasantesten Sportwagen oder der aktuellsten Technik fühlen wir uns konkurrenzstark.

 

Ein anderes Extrem mit gleicher Wirkung findet sich mitunter in spirituellen Kreisen: nur der, der wenig besitzt, kann wirklich glücklich sein, und je weiter du deinen Besitz reduzieren kannst, desto bewundernswerter. Auch hier liegt jedoch die Gefahr, sich über seinen „Nichtbesitz“ aufwerten zu wollen und wiederum in eine direkte Konkurrenz zu Gleichgesinnten zu treten. Dabei ist nichts dagegen einzuwenden, sich an einem schönen Zuhause, hochwertiger Kleidung oder anderen Besitztümern zu erfreuen. Ein Problem entsteht aber spätestens dann, wenn mit dem unfreiwilligen Verzicht auf diese Dinge unser Selbstwertgefühl in die Knie zu drohen geht. Wir sind dann nicht mehr in der Lage, die Objekte aufgrund ihres tatsächlichen objektiven Wert den sie für uns haben zu genießen, sondern projizieren uns selbst auf eine Ansammlung an Habgütern und identifizieren uns damit. Wenn es gelingt, diese Verkettung zu kappen und zu verstehen, dass unsere Einkäufe nicht in der Lage sind, eine emotionale innere Leere sinnvoll auszufüllen, ist ein erster Schritt zu einem gesunden Wohlbefinden getan.

 

Ein weiteres, vielleicht noch verbreiteteres Phänomen ist die Bestimmung des Selbstwertes über das eigene Äußere. Dabei ist das Schönheitsideal, dem so mancher entgegen strebt, nicht selten so realitätsfern, dass jeder Versuch es zu erreichen schon im Vorfeld zum Scheitern verurteilt ist. Ob perfekte Haut und Haar, den muskulös gestählten Körper oder die ewige Jugend - oft orientieren wir uns dabei an Vorgaben aus den Medien und unserem Umfeld. Mit der Konzentration auf noch die kleinsten Makel fühlen wir uns unvollkommen und das Selbstwertgefühl leidet. Das Ich, der eigene Selbstwert ist jedoch nicht an das Äußere gekoppelt. Der Selbstwert eines jeden Menschen ist unantastbar, und mit dieser Einsicht, kann sich das Lebensgefühl entscheidend zum besseren wandeln.

 

Auch die Verknüpfung des eigenen Wertes mit dem, was man kann, kann dich in eine Situation bringen, die zu viel von dir abverlangt. Dich über eine Arbeitswut zu profilieren wird dich auf Dauer nicht glücklich machen, wenn die Anerkennung der anderen dein einziger Antrieb dazu ist. Stattdessen besteht die Gefahr, dass du kopfüber auf einen Burn-out zusteuerst, der dich in eine Sinnkrise führen kann. Wofür das alles?

 

Anstatt deinen Selbstwert aber über das, was du im Vergleich zu anderen besitzt zu stellen, oder wie du aussiehst zu definieren, solltest du dich stattdessen fragen, was du es selbst wirklich willst und was dich im Innersten glücklich macht, ohne dein Selbstwertgefühl davon abhängig machen zu müssen. Andere können dir deinen Wert nicht bestätigen, wenn den du ihn dir selbst nicht zugestehst. Löse dich daher von dem Verlangen, dich über die Anerkennung anderer definieren zu wollen. Die Jagd nach sich selbst auferlegten ideellen Konzepten führt zu einem Leistungsdruck, der uns gebrochen und verunsichert zurück lassen kann. Bevor es dazu kommt, solltest du dir daher täglich einen Moment der Ruhe gönnen. Schon eine Stunde Meditation am Tag, in der du dich auf dich selbst besinnst und dir die Frage beantwortest „Warum tue ich das, was ich tue“, kann dein Leben in die Balance bringen. Mach dir klar, was du wirklich willst, was dich wirklich glücklich macht. 

 

Dein Juraj

Juraj Gubi ist Diplomsportwissenschafter, Mentalcoach, Experte für gesundes Abnehmen und mentale Stärke. Er beschäftigt sich mit den unbewussten Verhaltensmustern seiner Klientinnen und Klienten, wodurch der Jo-Jo-Effekt verhindert wird. 

 

www.gubi.de

 

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