Jagrit Parajuli auf Pixabay Videokonferenz

7 Punkte, die Du bei Onlinepräsentationen beachten musst

Die Corona-Pandemie stellt uns vor Herausforderungen, die wir bisher so nicht kannten. Ein Teil, der sehr oft vernachlässigt wird und dennoch extrem wichtig ist, sind Fortbildungen.  Fast alle Trainings und Fort- und Weiterbildungen laufen derzeit online oder zumindest hybrid ab. Hybrid bedeutet, dass ein Teil der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wie gewohnt vor Ort sind, der andere Teil konsumiert die Veranstaltung online vor dem Laptop, Computer, Tablet oder Smartphone.

Aus meiner Sicht hat das bisher nur selten beachtete Vorteile:

  • Wir können überall an Fortbildungen teilnehmen.
  • Wir stehen nicht mehr so oft im Stau, weil Meetings nicht die physische Anwesenheit erfordern und wir nicht mehr um 8:00 im Zentrum einer Stadt sein müssen.
  • Wir vergeuden nicht mehr so viel Zeit mit Wartereien am Flughafen. Wie oft sind wir früher für ein Meeting von wenigen Stunden in eine andere Stadt, manchmal auf einen anderen Kontinent geflogen.
  • Freizeit, körperliche Betätigung, Hausarbeit und andere Aufgaben können zwischendurch gemacht werden. Wir müssen nicht mehr bis Büroschluss warten, damit wir ins Fitnesscenter gehen können um dann auch hier auf eine Rushhour zu stoßen.
  • Es ist uns möglich an Weiterbildungen zwischendurch teilnehmen. Wir brauchen keine stundenlange Anreise mehr.
  • Weiterbildungen können kurz und prägnant abgehalten werden, eben, weil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer keine Anfahrtszeiten mehr haben.

 

Was ist die Eigenheit von Onlinevorträgen?

Das Publikum sieht Dich nicht wirklich und Du siehst das Publikum gar nicht. Die Gruppendynamik entsteht nicht von selbst. Du als Vortragender, als Vortragende musst dafür sorgen, dass sich eine Gruppendynamik entwickelt. Deine Zuhörer können noch leichter abspringen – und das machen sie auch.

 

Alles, was ich bisher gesagt habe, gilt noch immer und viel konkreter!

 

Die 7 Punkte, die du unbedingt beachten musst:

Verwende Emotionen

Oft habe ich das Gefühl, dass es bei wissenschaftlichen Vorträgen zum guten Ton gehört und man nur als kompetent gilt, wenn man möglichst eintönig und fade spricht. Öde und eintönige Ansprachen bleiben nur im Gedächtnis, wenn Deine Zuhörer selbst eine Emotion zum Thema haben.

Kind mit Bär in Wald

Nun ist genau das ein Glücksspiel. Im Normalfall, also bei einem Live – Vortrag weißt Du meistens viel zu wenig, ob und welche Emotionen Dein Publikum zu Deinem Thema hat. Online siehst Du das Auditorium nicht und hast nun nichteinmal mehr das Feedback aus den Gesichtern des Publikums.

Du musst selbst für Emotionen sorgen. Du musst dafür sorgen, dass Emotionen entstehen.

Das gelingt am besten durch Geschichten. Hol mit den Geschichten Dein Publikum dort ab, wo es gerade steht. Du als Arzt, Ärztin oder Pflegeperson kennst viele berührende Geschichten. Verarbeite diese Geschichte zu einer Metapher, die Du immer wieder während des Vortrages einbaust.

 

Gestalte Deine Folien einfach

Wenn Du mir schon einige Zeit folgst, weißt Du, dass ich ein Verfechter von einfachen Worten und klaren Bildern auf  Folien bin. Das gilt bei Vorträgen im Web noch mehr. Die Folien, die Dein Publikum auf dem Smartphone sieht sind klein. Hier komplette Tabellen auf eine Folie zu kopieren, oder mehr als 10 groß geschriebene Worte auf einer Folie zu haben ist einfach nur umsonst.

Hast Du den Unterschied bemerkt: Sonst spreche ich von maximal 25 Worten pro Folie. Das gilt bei reinen Livevorträgen. Bei Zoom-Meetings, MS-Team, Skype etc. muss die Botschaft noch mehr destilliert werden.

Wenn Zahlen aus bestimmten Forschungsergebnissen wichtig sind, dann nimm nur diese Zahlen und schicke im Anschluss einen Link zu den Forschungsergebnissen aus, oder stelle diesen Link in die Shownotes oder den Chat.

 

Arbeite langsam

In vielen Programmen haben wir die Möglichkeit einen Laserpointer zu verwenden, in allen können wir den Mauszeiger verwenden um auf den Folien etwas zu zeigen. Bedenke, dass nur Du die Bewegungen mit dem Ding in Echtzeit siehst. Alle anderen haben eine Zeitverzögerung. Sind die Bewegungen zu schnell, werden sie vom Programm einfach geschlucktslow down und am anderen Ende sieht man den roten Punkt oder den Pfeil gar nicht mehr.

Wenn Du jetzt fragst, wie langsam die Bewegungen sein sollen: SEEEEEHR langsam.

Das Herumgefuchtle mit dem Laserpionter bei Liveseminaren ist schon unangenehm und oft nicht erkenntlich, vor allem für Menschen mit Sehschwäche. In der Onlinewelt ist der Punkt des Laserpointers einfach weg.

Noch besser ist, dass Du Deine Folien so gestaltest, dass Du gleich gar keinen Laserpointer brauchst.

 

Sag Deinem Publikum was Du gerade machst

Manchmal ist es notwendig, dass Du z.B. von Power Point auf Fotos, Videos oder Excel wechselst. Rede mit, was Du gerade machst. Am Bildschirm sieht das Publikum nur jemanden der verdutzt in der Gegend herumschaut und den Anschein von Unsicherheit erweckt. Sprichst Du mit, dann werden Deine Blicke anders bewertet und eingeordnet und Du zeigst, dass Du genau weißt, was Du machst.

 

Lies Deinen Vortrag nicht herunter

Was Live ohnehin klar sein sollte, taucht in der Onlinewelt wieder vermehrt auf. Vorträge werden heruntergelesen. Ich habe den Verdacht, dass die Vortragenden denken, dass das nicht gesehen wird, weil man ja eh nicht im Bild ist, sondern nur die Folien.

Gesehen wird es nicht, es wird gefühlt. Bist Du kein professioneller Sprecher, Schauspieler, Redner etc. dann sprich frei. Profis haben jahrelang trainiert, dass das Gelesene so klingt, als wäre es frei. Werden Vorträge von Nichtprofis vorgelesen, schläft das Publikum ein.

 

Stelle Fragen und mache Abstimmungen

Es gibt viele Tools, mit denen Du Fragen und Abstimmungen in Deinen Vortrag einbauen kannst. Das hat den großen Vorteil, dass mehr bei dem Vortrag dran bleiben, weil sie ja bei den Fragen nicht „versagen“ wollen. Menschen sind auch bestrebt wahrgenommen zu werden. Mit diesen Tools verschaffst Du Deinem Publikum eine Stimme. Fühlen sie sich wahr- und ernstgenommen, kommst du sympathischer rüber (vergleiche dazu „Die 7 Sympathiefaktoren“ von Roman Braun).

 

Lass Seitenzahlen auf den Folien weg

Seitenzahlen verleiten Deine Zuhörer, zu überlegen, wie lange der Vortrag noch dauern wird. Hast Du dann auch noch stehen, wie viele Folien Du insgesamt hast, dann wird abgehakt. Ich meine damit z.B. 12/135. Wie geht es Dir, wenn Du das siehst? Es kommt zumindest die Frage in Dir auf: „Gehen sich 135 Folien in 15 Minuten überhaupt aus?“ Diese Frage überlegst Du Dir einige Zeit und hörst dem Vortrag in dieser Zeit gar nicht zu.

Seitenzahlen sind auch eine Einladung für Bewertungen. Bewertungen, die gar nichts mit Deinem Vortrag, Deiner Vortragsqualität und schon gar nichts mit dem Inhalt zu tun haben.

 

Was jetzt?

Diese 7 Punkte sind relativ leicht umsetzbar. Wenn Du Deinen nächsten Vortrag vorbereitest, wirst Du noch ein wenig länger brauchen, die nächsten Vorträge werden Dir dann schon leichter fallen.

 

Viel Spaß!

Wolfgang Scherleitner

 

An´s no: Den Podcast zu dem Thema findest Du ab 23.11.2020 hier.

 

No ans: Wenn Du Fragen hast, kontaktiere mich einfach!

 

Danke Pixabay für die Fotos!

Fragen Gerd Altmann auf Pixabay (2)

Was Patienten verstehen

Sehr oft werden Ärztinnen, Ärzte und Pflegepersonen irrgeführt. Es wird ihnen vorgemacht, dass Patienten und Patientinnen mehr verstehen als sie es tatsächlich verstehen.

Was verstehen Patienten wirklich von dem was Ärzte sagen?

In Studien wurde nachgewiesen, dass ein Drittel aller Patienten zugeben, nicht zu wissen was „Angina Pectoris“ ist. Ein weiteres Drittel glaubte es zu wissen, aber bei näherer Befragung, konnten sie keine Antwort geben. Nun ist Angina Pectoris vielleicht ein komplexes Wort. Es wurden aber auch andere Wörter wie zum Beispiel Reflux, BMI und Ödem untersucht. Also Worte, die immer wieder im täglichen Leben vorkommen. Auch diese Worte konnten nicht viel besser von den Patienten erklärt werden. Also zwei Drittel der Befragten wussten nicht wovon gesprochen wurde.

Eingangs habe ich geschrieben, dass Du als Arzt, Ärztin oder Pflegeperson irregeführt wirst. Es muss doch verstanden werden, wenn vor „Zeit im Bild“ oder danach irgendjemand von seinen Refluxbeschwerden erzählt. Da kommt sogar die Feuerwehr und löscht im Magen einen Brand. Eh kloa! Eiso, wenn ma des jetzt net vasteht!

 

Gibt es Menschengruppen, die weniger verstehen und welche, die mehr verstehen?

Frau denkt nach

Nun wurde auch untersucht, welche Menschengruppe mehr versteht und welche weniger. Es macht keinen Unterschied, ob die Tageszeitung gelesen wird oder nicht. Jüngere Patienten verstehen mehr als ältere Patienten. Interessanterweise macht es einen Unterschied, ob die Patienten privatversichert sind oder nicht. Die Privatversicherten verstehen anscheinend mehr. Menschen mit einer längeren Ausbildungszeit verstehen mehr von dem was der Arzt sagt, als Menschen mit einer kürzeren Ausbildungszeit.

In diesen Studien wurde festgestellt, dass Ärztinnen und Ärzte allen ihren PatientInnen ein komplexeres Wissen zutrauen, als sie tatsächlich haben.

 

Warum ist das so?

Du kennst vielleicht den Begriff der Echobox. Der Begriff „Echobox“ ist mit den Aufkommen der sozialen Medien bekannt geworden. In den sozialen Medien bekommen wir immer wieder das vorgelegt, was uns interessiert, was wir gegoogelt haben oder wonach wir auf LinkedIn, Instagram, Facebook etc. gesucht haben.

Das erweckt bei uns den Anschein, dass die ganze Welt so ist. Wir bekommen also ein Echo von dem, was wir ohnehin schon wissen, zu wissen glauben oder gerne wissen möchten. Anderes wird uns gar nicht geliefert. (Nur so nebenbei, deshalb ist es aus meiner Sicht auch so wichtig, dass Du immer wieder in eine echte Buchhandlung gehst und Du dort nach echten Büchern suchst. Da haben die Algorithmen der Onlineshops kein Leiberl.)

Die Echobox gibt es schon immer. Wir haben uns mit den Menschen umgeben, die unserer Meinung sind, unsere Werte teilen, unsere Ansichten haben oder zumindest zulassen. Also kurzum wir umgeben uns mit Menschen, die verstehen, was wir sagen.

In Deiner Ordination, in Deiner Praxis ist das nicht so. Da kommen Menschen herein, die in einer ganz anderen Echobox leben als Du. Die in einer ganz anderen Welt leben als Du. Sie denken, sprechen und handeln anders als Du und die Menschen, die Dich umgeben.

 

Warum lassen uns Menschen glauben, dass sie mehr wissen, als sie es tun?

AufklärungsgesprächIn der Schule galten wir in vielen Fällen als doof, faul oder einfach nur ungewillt, wenn wir zu oft fragten. Wir lernten, dass wir, wenn wir lernen möchten nicht respektvoll behandelt wurden. In dieser Zeit haben wir uns Strategien zugelegt, die uns davor schützten erniedrigt zu werden, obwohl wir wissbegierig waren. Diese Strategien haben gut funktioniert, weil wir sie über viele Jahre gut trainiert haben. Diese Strategien, werden auch verwendet, wenn Menschen erwachsen sind, wenn Menschen beim Arzt sind.

Patientinnen und Patienten schauen zum Arzt, zur Ärztin zur Krankenschwester (sorry, der Begriff funktioniert hier besser als Pflegeperson) auf. Diese Menschen sind Respektspersonen. Vor diesen Respektspersonen möchten sie sich einfach keine Blöße geben und machen ihr Gegenüber glauben, dass sie mehr wissen und mehr verstanden haben, als es tatsächlich der Fall ist.

 

Lass es Dir vom Patienten, von der Patientin erklären, wovon Du gerade sprichst!

 

Warum ist das jetzt wichtig?

Studien belegen, dass je besser ein Patient über seine Erkrankung bescheid weiß, umso höher ist seine Compliance, umso besser ist der Behandlungserfolg. Je besser der Behandlungserfolg bei Deinen Patienten ist, desto besser ist Deine Reputation. Je mehr Deine Patienten verstehen, desto besser fühlen sie sich von Dir betreut und desto besser ist Deine Reputation.

Deine Wortwahl bei der Patientenaufklärung kann nicht einfach genug sein!

Je einfacher, desto besser! Deine Patienten sind unter Stress!

Denke an das Sender-Empfänger-Prinzip! Sendet der Sender komplex und der Empfänger kann nur einfach empfangen, wird das nix werden. Die alten Fernsehapparate können die komplexen digitalen Signale nicht mehr empfangen. Sendet der Sender einfach, so ist es für den Empfänger einfach sich darauf einzustellen. Downsizing geht in diesem Fall immer.

Mach es Deinen Patientinnen und Patienten einfach!

Wolfgang Scherleitner

 

 

 

Ahjo: Mehr zu diesem Thema erfährst Du in meinem Podcast

 

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Warum du Grundlagenausdauer brauchst, wenn du Vorträge halten willst

Ich habe mir während dem Laufen überlegt, warum es notwendig ist zu laufen, wenn man Präsentationen hält.

Die Verpflichtung gegenüber dem Publikum

Wir gehen eine Verpflichtung gegenüber dem Publikum ein. In vielen Fällen hat das Publikum viel auf sich genommen, um an dem Vortrag teilzunehmen. Sie haben die Kongressgebühr gezahlt, sie haben ein Hotelzimmer gezahlt, viele haben sich Urlaub genommen oder den Dienst in der Klinik verschoben. Selbständige Ärzte oder Pflegepersonen haben in dieser Zeit keinen Umsatz. Ja, auch die Anreise kostet Geld.

All das haben diese Menschen auf sich genommen um unseren Vortrag zu hören. Deshalb haben wir die Verpflichtung unseren Job, den Vortrag so gut zu machen, dass es besser nicht geht. Wir müssen alles geben was wir haben und was wir können.

In längeren Vorträgen erlebe ich oft, dass den Vortragenden oft die Luft ausgeht. Es ist so ähnlich wie bei Kindern, die ein Gedicht aufsagen. Die werden auch am Ende schneller, damit es endlich vorbei ist.

Vortragende verhalten sich auch oft so. Sie werden gegen Ende immer schneller, oder sie werden gegen Ende immer schwächer, damit sie mit ihrer Kraft bis zum Schluss auskommen.

Damit am Ende noch genug Luft vorhanden ist

Als ich die Ausbildung zum Wertungsrichter im Turniertanz gemacht habe, mussten wir als Prüfung ein Turnier durchwerten. So Turniere dauern mehrere Stunden, manchmal sogar den ganzen Tag. Mein Prüfungsturnier war ein eher kürzeres. Die letzte Frage des Prüfers war: „Was nimmst du aus dem heutigen Tag mit?“

Ich habe darauf geantwortet: „Mir wurde erst heute so richtig klar, dass ich auch für das Werten eine gewisse Grundlagenausdauer brauche.“ Noch am selben Wochenende begann ich wieder mit dem Laufen. Damit ich wieder genug Ausdauer habe, um ein ganzes Turnier werten zu können.

Ählich ist es bei Vorträgen oder Seminaren. Ich besuche selbst viele Seminare und sehr oft merke ich, dass gegen Ende die Luft beim Vortragenden raus geht; dass der Seminarleiter die Kraft verliert. Oft habe ich das Gefühl, dass sie sich wünschen, dass der Tag endlich vorbei ist.

Einer meiner Trainer, es war Manfred Zehender, sagte: „Auch wenn du als Trainer unterreichtest musst du eine gewisse Grundlagenausdauer haben. Wenn du viele Stunden unterrichtest, hat das letzte Paar am Abend das gleiche Recht auf eine gute Stunde, wie das erste Paar.“

Das habe ich mir auch zu Herzen genommen, als ich selbst Turniertanz unterrichtet habe. Ich habe immer selbst den Anspruch erhoben, dass ich eine gewisse Fitness habe, dass ich auch Stunden mit voller Energie halten konnte, die schon in der Nacht, also nach 21 Uhr waren.

Mein Anspruch an mich

Auch jetzt habe ich diesen Anspruch an mich. Meine Grundlagenausdauer reicht aus, damit ich Seminare, die mehrere Tage dauern, oder Seminare an mehreren Tagen hintereinander halten kann, ohne, dass es mir zu sehr auf die Substanz geht.

Wenn Du Vorträge, Präsentationen oder Seminare hältst, dann ist es deine Pflicht immer 100% deiner Leistung zu geben, weil die Zuhörer und Zuhörerinnen etwas auf sich genommen haben, um dich zu sehen und sprechen zu hören.

Mein Vorschlag ist, dass du Grundlagenausdauer trainierst. Je höher deine Grundlagenausdauer ist, umso mehr Ressourcen hast du, umso leichter fällt dir das. Die Grundlagenausdauer ist auch so quasi deine Lebensversicherung an Tagen, an denen es dir nicht so gut geht. Selbst wenn du krank bist und schmerzen hast, will dein Publikum eine gute Leistung sehen. Wenn du keine oder eine geringe Grundlagenausdauer hast, dass ist das noch viel schwieriger. Der Kongress wird nicht abgesagt, nur weil sich der eine oder die andere Vortragende nicht wohl fühlt. Auch dein Auftraggeber muss sich unter allen Umständen auf dich verlassen können. Die Performance muss stimmen, egal ob beim Turniertanz oder beim Vortrag!

Du musst nicht joggen. Es gibt viele Sportarten, die die Grundlagenausdauer steigern. Überlege dir gleich jetzt, wie du deine Grundlagenausdauer verbessern kannst um noch bessere Vorträge zu halten.

 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Training!

Wolfgang Scherleitner

 

 

Podcast

Per Impulsum On Air – der Podcast für Ärzte, Ärztinnen, Pflegepersonen und alle, die in Gesundheitsberufen tätig sind

Der Podcast ist online!

Der Podcast Per Impulsum On Air ist online. Dieser Podcast ist gedacht für Ärztinnen, Ärzte, Pflegepersonen und alle, die in Gesundheitsberufen tätig sind.

Ich spreche über moderne Techniken der Präsentation, welche Geheimnisse Pharmavertreter und Medizinprodukteberater haben, wie Verkauf im medizinischen Bereich funktioniert und über vieles mehr. Auch Gäste werden immer wieder eingeladen, die einen direkten Bezug zu deiner Branche und Erfahrung in der Unterstützung von Menschen in medizinischen Berufen haben .

Die Themen des Podcasts richten sich nach Deinen Bedürfnissen. Also: Wenn Du Wünsche hast worüber gesprochen werden soll, dann schreib es in die Kommentarbox, gehe auf das Kontaktformular meiner Homepage oder schick mir ein Email.

 

Du findest den Podcast auf

Derzeit arbeiten wir daran, dass der Podcast noch auf weiteren Plattformen gratis zur Verfügung steht. Also, wenn deine Lieblingsplattform noch nicht auf der Liste ist, dann bitte ich dich noch um ein wenig Geduld und wähle bitte in der Zwischenzeit eine aus der  derzeitigen Liste.

Hast Du selbst Erfahrungen und Wissen, die wichtig für deine Kolleginnen und Kollegen sein können, dann schreib mir. Vielleicht machen wir gemeinsam eine Folge.

Ich freue mich darauf, wenn Du meinen Podcast abonnierst und immer wieder mit Kommentaren dazu beiträgst, dass er ein Stückchen besser wird und Du und Deine Kollegen und Kolleginnen noch mehr profitieren.

 

Viel Spaß!

Wolfgang Scherleitner

Gerd Altmann Gesicht auf Pixabay

Warum ist es wichtig die Richtung zu kennen?

Warum soll ich SMART sein?

In meinem letzten Blog-Beitrag habe ich beschrieben, warum sich Menschen, die selbstständig in Gesundheitsberufen arbeiten, auch als Unternehmen sehen und dementsprechend auch in Marketingmaßnahmen investieren sollten. Am Beginn aber muss die Definition des Unternehmenszieles stehen, und dieses muss SMART formuliert sein – das muss ich ganz kurz erklären.

Wir haben ja auf unseren Reputationscheck das Feedback einer Therapeutin erhalten, die sich die Frage gestellt hatte, warum sie ein Unternehmensziel angeben soll. Noch dazu ein SMARTES? Sie sei ja Therapeutin und möchte sich nicht mir solchen Fragen beschäftigen. Sehr wohl aber sucht sie Antworten auf folgende Fragen: Was kann ich gegen den krisenbedingten Umsatzeinbruch tun? Wie finde ich neue Klienten? Warum war das Wartezimmer auch schon vor der Krise nur halbvoll?

 

Ich weiß nicht, wohin ich will, dafür bin ich schneller dortGerd Altmann auf Pixabay

Egal, welchen Schritt wir im Leben setzen, wir sollten uns immer klar sein, wohin er uns führt. Wenn wir in die Schule eintreten, haben wir ein Ziel – davon hängt ja auch die Wahl des Schultyps ab. Vielleicht wissen wir noch nicht mit sechs oder zehn Jahren, wohin die Reise gehen soll, aber spätestens mit 16 oder 18 sollten wir ungefähr wissen, was wir wollen. Wenn nicht, dann ist die Konsequenz auch nicht so schlimm, dann dreht man vielleicht ein paar Ehrenrunden auf der Uni – wenn man Eltern hat, die das sponsern. Macht man sich allerdings im späteren Leben beruflich  selbstständig, also: gründet ein Unternehmen, dann sollte man schon ein Ziel vor Augen haben. Denn in den meisten Fällen ist das Familienbudget dann gestrichen und man ist für den finanziellen Erfolg selbst verantwortlich.

Was bedeutet SMART?

Warum aber ein SMARTES Ziel? S.M.A.R.T steht für Spezifisch, Messbar, Ausführbar, Realistisch, Terminibar. Egal, ob Sie ein EPU sind oder eine Privatklinik mit 200 Angestellten sind: Sie müssen wissen, was Sie konkret wollen, um die entsprechenden Maßnahmen zu setzen. Und auch um überprüfen zu können, ob Sie Ihr Ziel erreicht haben. Es genügt nicht, zu sagen: ich will mehr Klienten. SMART formuliert müsste es heißen: Ich möchte innerhalb der kommenden drei Jahre die führende Therapeutin für Reha-Maßnahmen auf dem Gebiet der Mobilisierung von Hüftoperierten im Großraum Wien werden und zumindest 25 Klienten pro Woche betreuen.

Damit wird gleich viel klarer, welcher Maßnahmen es konkret bedarf, um eine definierte Zielgruppe anzusprechen, mit welchem Budget und auch mit welchen Therapieangeboten.

Ich komme jetzt zurück zu der Psychotherapeutin aus Niederösterreich, die in unserem Reputations-Check über den Begriff Unternehmensziel gestolpert ist. Ja, auch für sie lässt sich ein SMARTES Ziel formulieren. Die Tatsache, dass sie unseren Check macht zeigt ja, dass sie etwas verändern will und neue Maßnahmen zur Bewerbung ihrer Praxis ergreifen möchte. Wir unterstützen sie gerne, aber wir müssen eben vorab wissen, wohin sie gehen möchte. Wären wir ein Sportartikelfachgeschäft, dann müssten wir auch wissen, ob sie einen Segelturn oder eine Skitour plant, davon hängt die Ausrüstung ab die wir ihr verkaufen können.

Bevor wir Ihr also Maßnahmen anbieten müssen wir das SMARTE Unternehmensziel kennen. Und damit beginnt zumeist auch schon unsere Arbeit, die mit der entsprechenden Beratung beginnt. Es gilt gemeinsam zu klären, welche Klienten sollen konkret angesprochen werden? Gibt es eine Spezialisierung auf Altersgruppe, Familien, Kinder? Dann weiß ich auch, wo und mit welchen Maßnahmen ich sie erreichen kann. Möchte ich in Niederösterreich bekannt werden oder mich international aufstellen? Etc.

Wollen auch Sie ihr Ziel neu oder überhaupt erstmalig formulieren? Wir unterstützen Sie gerne dabei! Sie werden sehen, wie rasch sich alles verändert und der Erfolg sich einstellt. Machen Sie den ersten Schritt und nutzen Sie unseren Gratis Reputationscheck!

Gabriele Brandner

 

Daniel Cubas auf Pixabay

Habe ich eine Ordi oder ein Unternehmen?

Bin ich ein Unternehmen?

Es sind oft die Fragen von Kunden, die uns Berater raus aus unserem Tunnelblick bringen und unsere Expertise von einer neuen Seite betrachten lassen. Denn für uns, die wir schon seit bald Jahrzehnten im Bereich Kommunikation und Marketing arbeiten, sind Begriffe wie: Reputation, Stakeholdergruppen, Image etc. im täglichen Gebrauch. Anders ist es natürlich bei vielen unserer Kunden: Sie sind Experten in ihrem Kerngeschäft, können aber mit unserem Business und seinem Fach-Chinesisch wenig anfangen.

Besonders deutlich wurde das für mich, seit ich mich im Auftrag des Beratungsunternehmens Per Impulsum speziell mit Menschen in Gesundheitsberufen auseinandersetze. Medizinische oder therapeutische Begriffe sind für mich ein spanisches Dorf, umgekehrt können sicher viele Ärzte oder Therapeuten mit meinen Fachausdrücken wenig anfangen.

Verstehst du mi‘?

Sobald ein gemeinsames Interesse verfolgt wird, passen sich beide Seiten natürlich an. Also ein Arzt wird mir in einfachen Worten erklären, was mir fehlt. Und ebenso bemühe ich mich, kein ‚Marketing-Sprech‘ zu verwenden, wenn sich Menschen in Gesundheitsberufen an mich wenden, um ihr Marketing oder ihre Online-Reputation zu verbessern. Obwohl – mit dem Begriff ‚Online-Reputation‘ setze ich allerdings schon wieder voraus, dass sich der potenzielle Kunde mit der Welt der sozialen Medien oder mit Marketing auseinandergesetzt hat. Wo er oder sie aber tatsächlich stehen, das versuche ich dann in einem Erstgespräch herauszufinden.

Um aber auch schon für das Erstgespräch vorbereitet zu sein, haben wir von Per Impulsum einen Online-Reputationscheck entwickelt, der mit ein paar Fragen den aktuellen Status bzw. die wichtigsten Wünsche ermittelt. Die Fragen haben wir so formuliert, dass wir als Ergebnis einen Erst-Check präsentieren können bzw. erste Maßnahmen. Wir haben versucht, die Fragen nicht zu marketingtechnisch zu formulieren, aber dann bekamen wir eine interessante Rückmeldung.

Eine interessante Frage

Eine Therapeutin aus Niederösterreich ist über die Frage nach ihrem Unternehmensziel gestolpert – und hat uns das auch mitgeteilt. Dabei ging es nicht prinzipiell um den Begriff – der war nicht missverständlich – sondern um die Tatsache, dass sie sich als Therapeutin nicht als Unternehmen verstand. Das löste bei mir den oben beschriebenen Effekt aus – raus aus dem Expertentunnelblick. Denn für mich ist jeder, der sein Geld mit einer Dienstleistung oder einem Produkt verdient, ein Unternehmen, auch wenn es nur von einer Person betrieben wird. Dann ist es halt ein Ein-Personen-Unternehmen, ein EPU.

Aber das ist mein markttechnisches Verständnis von Angebot und Nachfrage, Preispolitik, Marketing und Vertrieb. Das steht aber nicht im Zentrum von Menschen in Gesundheitsberufen. Viele sehen ihr Angebot als Berufung, als Arbeit, die Gesundheit schafft oder erhält. Dass man damit auch Geld verdient gehört halt dazu. Dass das aber vor allem bei Inhabern freier Praxen nicht mehr so einfach ist, dass es da tatsächlich auch einen immer stärkeren Mitbewerb gibt, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen und dass heute die Bewertungsplattformen in den Sozialen Medien über Einkommen oder kein Einkommen entscheiden, ist noch nicht so stark ins Bewusstsein gedrungen.

Bei der Therapeutin aus Niederösterreich hat die Corona-Krise entscheidend mitgeholfen, ihr Denken zu verändern. Denn plötzlich reichen Mundpropaganda oder ein bisschen Werbung im Herold nicht mehr aus, um die Praxis voll zu bekommen und die Kosten zu decken. Und deshalb hat sie sich an uns gewandt. Und ist mit unserem Reputationscheck gleich in eine neue Welt eingestiegen.

In meinem nächsten Blog möchte ich noch genauer auf das Thema ‚Unternehmensziel auch für EPU’s‘ eingehen. Bis dahin werfen Sie doch einen Blick auf unseren GRATIS REPUTATIONSCHECK, vielleicht bringt er auch Ihnen neue Impulse. Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Ihre Gabriele Brandner

 

 

Gerd Altmann auf Pixabay Maske

Woran erkennen mich meine zukünftigen Klienten und Patienten?

Eigentlich sollte ich lernen. Morgen habe ich einen Antrittstest. Mein Problem ist, dass mich gerade ein Werbeplakat irritiert. Da steht drauf: „Unsere Stärke ist, dass wir bessere Ideen haben, als unsere Konkurrenten.“

Aufgefallen ist mir das Plakat zuerst, weil die Konkurrenten geschrieben haben. Die trauen sich echt Konkurrenten zu schreiben und nicht Mitbewerber und Markbegleiter.

Irgendetwas macht mich nervös

Ich kann meinen Blick nicht davon lassen und werde nervös. Irgendetwas beunruhigt mich. Also, da ist ein Elefant drauf, der hupft mit irgendwas im Rüssel übers Bild wie eine Gazelle. Dann sind da drei Männer in dunkeln Anzügen vor einem Modell eines 08/15 Gebäudekomplexes. Vor einer Theke, die anscheinend nix mit ihnen zu tun hat. Einer der drei Männer schaut total ernst, die anderen beiden versuchen zu lachen.

Wart, wart, wart!

08/15, Anzüge, Gebäudekomplex, Theke?

Die wollen bessere Ideen haben?

Die haben vielleicht viel Geld. Die Anzüge sind zweifelsohne teuer, vor allem die Manschettenknöpfe vom Grimmigen.

Also ich hab keine Ahnung, was die machen, gute Ideen trau ich denen nicht zu, weil alles, was die da auf dem Plakat bieten, kenne ich schon.

Ich überlege, warum ich mit denen nichts zu tun haben möchte. Ich glaub´s ihnen einfach nicht. Wahrscheinlich sind die erfolgreicher als ich. Wahrscheinlich haben die mehr Geld als ich. Wahrscheinlich sind die gescheiter als ich. Ich glaube ihnen nur nicht, dass sie bessere Ideen haben als ihre Konkurrenz. Wenn die tatsächlich bessere Ideen hätten, dann würden die das auch auf dem Plakat zeigen. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass die Konkurrenz vielleicht billiger ist und noch dazu bessere Ideen hat.

Wenn wir etwas oder jemanden nicht einordnen können, fürchten wir uns!

Während ich das schreibe, merke ich, dass ich mich vor den Typen fürchte. Menschen fürchten sich in erster Linie vor Situationen, die sie nicht einordnen können.

Wenn wir Werbung machen, wenn wir in der Öffentlichkeit auftreten, dann müssen wir es den Betrachtern ermöglichen uns einzuordnen. Die dürfen keine Angst vor uns haben. Wenn wir in der Werbung anders auftreten, als wir tatsächlich sind, dann können wir möglicherweise nicht eingeordnet werden und unser Gegenüber hat Angst, auch, wenn es im ersten Moment nicht so scheint.

Wenn wir Angst haben, können wir kein Vertrauen aufbauen!

Heute haben unsere zukünftigen Kunden, Patienten und Klienten, die bestehenden Patienten kennen uns ja schon, viele Möglichkeiten sich ein Bild von uns als Mensch zu machen. Es gibt Facebook, Instagram, LinkedIn, Xing, Google, Fachzeitschriften, viele Radiosender, viele Fernsehsender, Plakate auf Flughäfen und was weiß ich noch alles. Unsere zukünftigen Kunden können schauen, was unsere bestehenden und ehemaligen Patienten und Klienten so über uns im Netz sagen.

Die Typen da oben auf dem Plakat haben sicher viele, gut zahlende Kunden, die sie einordnen können und ihnen vertrauen. Ich bin´s halt nicht – wird denen egal sein.

Kennst du den Ausspruch: „Auf jedes Häfn passt ein Deckel!“ Das trifft nicht nur in der Partnersuche zu, sondern auch bei der Suche nach dem richtigen Arzt, Physiotherapeuten, Wundmanager, Diätologen usw. Es gibt genug Menschen, denen wir, so wie wir sind sympathisch und kompetent genug sind.

Niemanden sympathisch sind wir, übrigens kommen wir auch nicht kompetent rüber, wenn wir versuchen es allen Recht zu machen. Wenn wir etwas darstellen wollen, was wir nicht sind. Da rafft unser Gegenüber, kann es nicht einordnen und fürchtet sich.

Ich wünsche dir viel Spaß, wenn du der Mensch sein kannst, der du bist und dadurch Vertrauen schaffst.

Wolfgang Scherleitner

 

An´s no: Frage gezielt andere Menschen, wie du auf deiner Homepage, deinem Socialmedia-Profil und den Artikeln, die du schreibst wirkst. Der Blick von Außen hilft immer!

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Wie wichtig ist der Auftritt in sozialen Medien für Menschen in Gesundheits-berufen?

 

Du denkst: „Mich betrifft das nicht. Ich bin ja eh nicht auf Facebook & Co!“

Da liegst du leider falsch!

Wir können davon ausgehen, dass wir alle in irgendeiner Weise im Netz zu finden sind. Wenn du selbstständig bist als Ärztin, Arzt, Wundmanager/in, selbstständige Hauskrankenpflege usw. scheinst du sogar offiziell im WWW auf.

Na und was interessiert mich das?

Früher war das so: Menschen gingen zum Arzt, die Auswahl war ziemlich leicht. Es gab vielleicht kein Auto, die öffentlichen Verkehrsmittel waren mühsam. Also nahm man sich das Telefonbuch her und suchte einen Arzt, den man bequem zu Fuß erreichen konnte. Am Land war die Auswahl noch einfacher – da gab es meistens nur einen.

Nun wurde beim Besuch der Praxis der Mensch zum Patienten und wenn der Arzt nett war, erzählte der Patient es weiter. Vielleicht machten sich einige Menschen doch die Mühe und gingen zu diesem netten Arzt ein wenig weiter als zum unfreundlichen. Die fachliche Kompetenz wurde nicht in Frage gestellt.

War der Arzt unfreundlich, na dann war das halt so. Auch das erzählte man weiter und viele gingen trotzdem hin – gab ja sonst keinen anderen.

Heute schaut die Gschicht a bissl anders aus: Menschen, die noch nicht Patienten sind, suchen im Internet einmal, DIE Kapazität auf diesem oder jenem Gebiet. Dann macht man einen Termin aus – meistens online, weil man da nicht auf die Ordinationszeiten angewiesen ist jemanden zu erreichen und dann vielleicht eeeeewig in der Warteschleife hängt. Es ist auch nicht so wichtig wo der Arzt ist, weil mit dem Auto ist man ja eh gleich dort.

Nach dem Termin setzt man sich wieder ans Internet und spätestens jetzt

wird es interessant,

ob und was der Patient in die Rezension schreibt. Portale für Erfahrungen und Erfahrungsberichte gibt es ja genug.

Egal was gekauft oder unternommen wird, neben den persönlichen Erfahrungen von Freunden und Verwandten wird standardmäßig das Netz zu Rate gezogen. Wir sind das einfach gewohnt. Es wird auch nicht wirklich hinterfragt, wie und warum eine gewisse Anzahl von Sternderl zu Stande kommt. Das ist halt so und wird schon einen Grund haben.

Restaurants, Friseure, Werkstätten, Supermärkte, Drogeriemärkte, Einkaufszentren, ja sogar Schulen und seit relativ kurzer Zeit Lehrer und Lehrerinnen müssen sich dem Urteil von Anderen stellen und sind sich dessen bewusst. Ich bemerke immer wieder in Gesprächen, dass das bei Menschen in Gesundheitsberufen nicht so ist. Also geurteilt wird schon, nur bewusst sind sie sich das nicht.

Passagier oder Pilot?

In den Gesprächen höre ich oft Resignation heraus: „Was soll ich machen? Das war nicht wirklich so!“ Diese Aussage fasst am besten zusammen was mir immer wieder entgegnet wird. Wir alle werden immer wieder Opfer von unfairer Behandlung. Sehr oft können wir uns an die Situation, die einen Racheakt (wie wir es empfinden) ausgelöst hat, gar nicht mehr erinnern. Für uns war es nicht so schlimm und fast immer waren wir uns nicht bewusst wie sehr sich unser Gegenüber verletzt gefühlt hat. Das Blöde ist nur, wenn unser Gegenüber es im Zorn und ohne Selbstreflexion ins Netz stellt. Leider kommt eine Eigenart von uns Menschen noch dazu: Das Negative wird schneller im Netz kommuniziert als das Positive.

„Was soll ich machen?“ Es geht viel. Die Frage ist bist du Passagier oder Pilot? Machst du aktiv etwas für deinen guten Ruf, oder lässt du Andere, auf die du keinen Einfluss hast, an deinem Ruf arbeiten?

„Was soll ich machen?“ Nur so zum Nachdenken: Weißt du, was über dich im Netz steht? Weißt du, wie dich potentielle Patienten finden können? Weißt du, ob du gezielt gesucht wirst, oder ob es Zufall ist, wer in deine Ordi kommt?

Ich mache dir jetzt ein Angebot: Wir machen für dich den Reputations-Check und das gratis!

Übernimm das Steuer, gehe jetzt auf unser Kontaktformular und melde dich bei uns.

Wir überprüfen, wie du im Netz wahrgenommen wirst und geben dir, wenn nötig ein paar Vorschläge, die du sofort umsetzen kannst. Nochmal: und das GRATIS!

Ich freue mich darauf dich am Steuer deiner Reputation begleiten zu dürfen.

Wolfgang Scherleitner

 

 

Ans no: Das selbst zu checken ist schwierig, weil die Suchmaschinen erkennen, wer du bist und was du arbeitest. Also schlagen sie dir schon vor, was du vermutlich wissen willst.

Und no ans: Ich habe zwar als Beispiel einen Arzt gewählt. Genau das gleiche Problem haben, Masseure, Physiotherapeuten, Heimhilfen, Wundmanager, Psychotherapeuten, Logopäden ……….

Mohamed Hassan auf Pixabay Anatomie

Patienten-information

Ihr Jejunum ist gebogen und Ihr Nabelbein zu lang
Ihr Apendix überzogen und Ihr Plexus nicht in Gang

 

Dieses Lied hat Reinhard Mey 1978 veröffentlicht und es hat sich nicht viel verändert. Patienten bekommen oft Fachbegriffe serviert und haben keine Ahnung, was das alles heißt.

Die folgenden Textpassagen sind tatsächlich aus Patienteninformationen:

„……..zur Aufhebung der Gleitfähigkeit des Duralsacks im Spinalkanal. Zusätzlich kann es im Foramenbereich zu einer Einengung mit Druckwirkung der austretenden Nervenwurzel kommen.“

„…. in Relation zum angrenzenden kaudalen Wirbel.“

„Bei der isthmischen SO ist am häufigsten das Segment L5/S1 betroffen ….“

 

Nein, es hat sich schon etwas verändert seit der Zeit, als Reinhard Mey dieses Lied geschrieben hat. Es gibt Google. Nachdem man die Befundbesprechung ein wenig sacken hat lassen, geht man ins Internet und sucht nach den Begriffen, die man sich so ungefähr gemerkt hat und man keine Ahnung hat, was das bedeutet.

Ich könnte mir vorstellen, dass sich der Patient oder die Patientin beim Studium dieser Patienteninformation folgendes denkt: „Was zum Teufel ist ein Foramenbereich? Was isn jetzt scho wieda der angrenzende kaudale Wirbel? Oida wos is a isthmisches SO und is L5/S1 eine Wegbeschreibung aus Google-Maps?“

 

Mach selbst den Test!

Mach den Test: Gib „Foramenbereich“ in Google ein: Der erste Eintrag ist eine Auflistung von weiteren medizinischen Ausdrücken. Der zweite Eintrag beschreibt das Foramen infraorbitale – hilft mir als Wirbelsäulenpatienten wenig weiter.

Beim „kaudalen Wirbel“ komm ich ein wenig besser weiter, das erklärt Wikipedia ganz gut, wenn ich mir Zeit nehme.

Und bei „isthmischen SO“ findet man genau nix, das einen Nichtmediziner weiterbringt.

 

Manchmal wird man durch Patienten aufgehalten, verunsichert und – auch das muss man zugeben – genervt, die mit Googelwissen in die Ordi kommen. Sehr oft ist dieses Verhalten aber hausgemacht. Unsicherheit ist für alle Menschen schwer zu ertragen. Mit komplexen Ausdrücken in der Patienteninformation auf der Homepage oder einem Flyer werden Patienten verunsichert und sie beginnen nach Erklärungen zu suchen.

Stell dir vor, du kommst auf die BOKU oder auf das Institut für Meterologie und die erzählen dir ganz genau, wie der Treibhauseffekt zustande kommt. Da du ja Medizin studiert hast und da war viel Chemie dabei, kannst du vielleicht folgen. Relativ schnell wirst du aber bei Details aussteigen. Was ich aber viel witziger finde ist ein Gespräch zwischen einem Zahnarzt und einem Viszeralchirurgen, das ich beobachtet habe, als ich während meines Studiums bei einer Ärztefortbildung als Kellner gearbeitet habe.

Der Chirurg hörte dem Zahnmediziner eine Zeit lang zu und der Zahnmediziner erklärte bis ins Detail wie was wo zu tun ist. Nach einigen Minuten sagte der Chirurg: „Kannst du mir das bitte einfacher erklären, ich habe keine Ahnung wovon du sprichst!“

Du glaubst, das habe ich erfunden – nein habe ich nicht! Wenn schon Mediziner anderen Medizinern in ihrem Fachbereich manchmal nicht folgen können, wie soll dann eine Automechanikerin, ein Verkäufer, eine Architektin oder ein Lehrer das können.

 

Patienteninformationen unterstreichen die Kompetenz

Patienteninformationen unterstreichen nicht die Kompetenz, indem Fachbegriffe verwendet werden, die der Patient oder die Patientin erst googeln muss. Die Kompetenz wird dadurch unterstrichen, dass kompetentes Wissen in einfachen Worten dem Patienten näher gebracht wird.

Da hängt viel mehr dran, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Ein Patient mit fragmentalem Googlemedizinwissen kommt zur dir in die Ordi und beginnt mit dir über die Diagnose zu diskutieren. Jetzt ist sein Metaprogramm (Begriff aus dem NLP) der des Mismatchers, also er ist immer und überall dagegen. Du bist aber ein Matcher. Ihr werdet sicher keine Freunde. Er wird dich nerven und was noch viel schlimmer ist, du wirst ihn nerven, weil deine Antworten nicht so sind, wie er sich gedacht hat und durch sein Metaprogramm auch verarbeitbar sind. Er geht nach Hause, wirft seinen Laptop an, der ihm viel Wissen gebracht hat, und schreibt eine Rezension über dich …….. und die Reputation ist dahin. Wahrscheinlich nicht die ganze, aber einige Patienten fühlen sich bestätigt, weil sie es ja immer schon gewusst haben und dich trifft es aber voll und persönlich. Du liebst deinen Beruf und bist gerne für Menschen da.

Bei den meisten Homepages liefern die Ärzte den Inhalt und der Programmierer übernimmt diesen ungelesen mittels Copy-Paste. Wenn du Patienteninfos in deine Homepage einbettest, dann suche dir jemanden, der keine oder wenig Ahnung von Medizin hat und bitte ihn den Text so zu verändern, dass er ihn versteht. Das ist viel Arbeit, ich weiß! Es besteht auch die Möglichkeit, dass du eine Firma beauftragst, die sich genau auf das spezialisiert hat.

 

Viel Freude mit Patienten, die durch eine gute Patienteninformation mündig sind!

Wolfgang Scherleitner

 

 

An´s no: Ich habe nur einige Beispiele aus Homepages gewählt. Diese Beispiele gibt es in fast allen Bereichen und auf sehr vielen Homepages.

 

Ahjo: Für alle, die das Lied nicht kennen. Hier der Link:

https://www.youtube.com/watch?v=nGcOd53uH_8

 

Bruno Germany auf Pixabay

Stark begegnen

Der klügste Krieger ist der, der niemals kämpfen muß.

Sunzi

Ein Kampf hat immer ein Problem.

Meistens gehen beide Seiten verletzt aus dem Kampf. Kämpfe haben nie wirklich einen Sieger. Gute Kämpfe haben immer zwei Sieger.

Meine Eltern haben mich zur Nächstenliebe erzogen. Sie haben mich behütet und vor vielen Schwierigkeiten und Konflikten beschützt. Umso schlimmer war es für mich, als ich ins Internat kam. Ich habe beschlossen die Forstschule zu besuchen und da ich nicht täglich eineinhalb Stunden zur Schule und nach dem Unterricht wieder zurückfahren wollte, beschloss ich ins Internat zu gehen. Ich wollte lieber Sport betreiben, als meine Zeit in der Bahn verbringen.

Als Initiationsritual gab es dort das Pantern. Das sah so aus: Fünf bis sechs Schüler aus den oberen Klassen kamen, von vieren nahm jeder einen Arm oder ein Bein und du wurdest am Boden fixiert. Die anderen schütteten dir Wasser, Sonnenmilch, Cola oder, was am Schlimmsten war, Franzbrandwein über den Bauch und begannen mit der flachen Hand auf den Bauch zu schlagen. Bis er rot war – der rosarote Panter halt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon einige Jahre Judotraining hinter mir. Wenn ich vom Pantern erzählte, konnte sich das kein Erwachsener vorstellen, auch die Lehrer und Erzieher nicht. Manchmal hieß es: „Du kannst ja eh Judo!“ Jo, genau, gegen fünf Ältere hast auch mit Judo keine Chance. Alter, ich war ja nicht Bruce Lee!

Also musste ich mir etwas Anderes überlegen.

Ich erkannte relativ rasch, wie sich so eine Meute zusammenrottet. Wie sich verschiedene Charaktere in Stimmung bringen, bevor sie über Mitschüler herfallen. Was mir auch auffiel war, dass ich nicht jedem gleich begegnen konnte um dem Pantern zu entgehen. In den meisten Fällen konnte ich entwischen, noch bevor ich umzingelt war. Wenn ich von so einer Gruppe umstellt war, hatte ich dann immer eine Strategie, wie ich friedlich, das Gesicht der Angreifer wahrend, abziehen konnte. Zu meinem Glück wurde ich nie gepantert.

Erst viele Jahre später lernte ich, was ich damals gemacht habe. Ich lernte es während meiner Ausbildung zum Coach.

Die ersten Anzeichen von Aggression werden immer auf unterschiedliche Art und Weise geäußert. Bei dem einen Menschen beginnt das Bein oder die Hand zu zittern. Andere wieder gehen im Raum auf und ab. Bei den nächsten kann man an der Kaumuskulatur erkennen, wie die Zähne zusammengebissen werden.

Die wahren Gründe liegen in der Vergangenheit.

Fast immer liegen die wahren Gründe für die Aggression nicht in der Gegenwart. Die Wurzel des Übels liegt vielleicht schon Tage, Wochen, Monate oder Jahre zurück. Durch die derzeitige Situation wird die Erinnerung wieder wachgerufen und der Körper macht sich zum Kampf bereit.

Wenn du solche Anzeichen beobachtest, ist es wichtig, dass du nicht vorschnell handelst. Beobachte den Menschen, den MENSCHEN!!!, weiter. Konzentriere dich dabei darauf, wie sich dieser Mensch verändert. In den meisten Fällen kommt Ruhe von selbst.

Wie kannst du dich jetzt richtig verhalten?

Den Auf-und-Abgeher lass flüchten. Das unkontrollierte Auf- und Abgehen ist vielfach ein Zeichen, dass diese Person flüchten möchte, aber auf Grund der derzeitigen Situation nicht kann. Z.B. als Patient oder Angehöriger in der Ambulanz. Hier hilft oft schon, dass du hingehst: „Entschuldigen Sie bitte! Es wird sicher noch eine wenig dauern. Sie können in der Zwischenzeit auf einen Kaffee gehen. Im Kaffeehaus hören Sie die Durchsagen auch.“

Kommt jemand mit hochrotem Kopf auch dich zu, dann stell dich ihm nicht in den Weg. Zeig ihm, dass du darauf wartest, was er oder sie zu sagen hat. Wenn das, vermutlich sehr laute, „Gespräch“ beginnt, dreh dich leicht zur Seite, damit dein Gegenüber vorbei kann und sei weiterhin Achtsam was gesagt wird. Der Schritt zur Seite ist deshalb wichtig, damit eine Möglichkeit des Ausweges bleibt. Bleib auf Distanz.

Wichtig bei allem ist, dass du entschlossen bleibst, auch, wenn deine Knie zittern. Ich bin nicht der Meinung, dass du immer mit der gleichen Art und Weise entgegnen solltest, wie dir dein Gegenüber entgegentritt. Verlasse dich auf deine Intuition. Deine Entschlossenheit zeigt dem Unterbewusstsein eines Aggressors oder einer Aggressorin, dass der Kampf nicht leicht werden würde und Verletzungen wahrscheinlich sind. Verletzungen will kein Lebewesen sinnlos riskieren, deshalb sucht es nach einem Ausweg. Biete diesen Ausweg.

Die wirklichen Beweggründe

Deine Knie werden zittern. Bleib aufmerksam, was dieser Mensch wirklich will. Höre wirklich zu und nimm dein Gegenüber ernst. Lass dein Gegenüber ausreden und wenn es eeeeewig dauert. Wenn du wirklich weißt, was dieser Mensch braucht, erst dann kannst du ihm das geben und die Situation wird sich beruhigen.

Wenn du in eine unangenehme Situation geraten bist, dann bist du aufgeregt. Geh nicht gleich wieder deiner Arbeit nach. Nimm dir eine kurze Auszeit. Bitte einen Kollegen oder eine Kollegin, dass sie mitkommt und mit dir spricht. Sollte dich diese Situation weiter belasten, dann such dir professionelle Hilfe. Es ist wichtig, dass dieses Erlebnis aufgearbeitet wird.

Ahjo: wichtig ist auch, dass du übst. Suche dir Freunde und vertraute Menschen, die mit dir gemeinsam üben. Wenn du in Rollenspielen diese Situationen schon „erlebt“ hast, wirst du auch souveräner auftreten können.

 

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Üben!

Wolfgang Scherleitner

 

An´s no: Je länger es dir gelingt aggressive Menschen am Reden zu halten, umso mehr Energie geht verloren und umso mehr andere Menschen werden aufmerksam, die dir im Ernstfall zur Seite stehen können.

Und no an´s: Bei unserem Workshop „Stark-Begegnen“ beschäftigen wir uns in erster Linie mit der Deeskalation.

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Per Impulsum e.U.
DI Wolfgang Scherleitner

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