Mitbewerb, Marktbegleiter oder doch Konkurrenz?

 

Mein Sohn im weißen Judogi bei einem Turnier 2011.


 

Ich finde es sehr unterhaltsam, dass in Verkaufstrainings, Mettings und allerlei anderen Businessveranstaltungen immer von "Mitbewerb", "Marktbegleitern" und immer öfter von "befreundeten Marktbegleitern" gesprochen wird. 

 

Wir können von Kindern viel lernen, so hat auch mein Sohn mir beigebracht, dass Konkurrenz kein schlimmer Ausdruck ist. Eigentlich hat er es mir nicht beigebracht, sondern mich daran erinnert. 

 

Ich war selbst Leistungssportler und habe in dieser Zeit viel erreicht. Zu dieser Zeit hatte ich immer Konkurrenten. Einige dieser Konkurrenten waren und sind gute Freunde von mir. Ohne diese Konkurrenz hätte ich es nicht so weit gebracht. An dieser Stelle möchte ich mich gleich bei ALLEN meinen Konkurrenten bedanken. 

 

Später im Berufsleben hatte ich immer Konkurrenz. Auch hier waren und sind Konkurrenten Partner an denen ich mich messen kann und die mir helfen. Ich helfe vielen meiner Konkurrenten auch. Zum Beispiel, wenn ich ein Produkt nicht habe, das der Kunde gerade benötigt, meine Konkurrenz aber schon, dann gebe ich den Kontakt weiter. 

 

Meine Erfahrung ist, dass die Kundin oder der Kunde mir dankbar dafür sind, dass ich geholfen habe ein Problem zu lösen und ich bin bei der nächsten Gelegenheit die erste Ansprechperson. 

 

Manchmal frage ich Vortragende warum sie von Marktbegleitern und nicht von Konkurrenz sprechen. Meist kommt die Antwort, dass "Marktbegleiter" nicht so beängstigend klingt. 

 

Was ich daran so unterhaltsam finde ist, dass Kinder auf der Judomatte von Konkurrenz sprechen und nach dem Kampf sich gemeinsam einen Kuchen kaufen gehen oder miteinander spielen. Im Business, wo es um unser Einkommen geht, dort darf das nicht beängstigend sein. 

 

Ach ja übrigens: Mein Sohn spricht nie von Mattenbegleitern und Mitjudokas, wenn er beim Wettkampf ist. Im Training und in der Freizeit sind einige davon seine Freunde.

 

Ich wünsche viel Spaß bei einer möglicherweise anderen Betrachtungsweise!

 

Wolfgang Scherleitner

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Nobody (Donnerstag, 12 Januar 2017 15:24)

    Vielen Dank für Ihre Gedanken.
    In der Praxis gibt es aber ein Wettbewerbsrecht und daran müssen wir uns halten.

  • #2

    Frage zu Nobody (Freitag, 13 Januar 2017 13:38)

    Klar müssen wir uns an das Wettbewerbsrecht halten!
    Was ich mich frage ist: Was hat der Blog und die Wortwahl mit dem Wettbewerbsrecht zu tun?

  • #3

    Jörg Haus (Donnerstag, 14 September 2017 12:35)

    Vielen Dank für diesen Beitrag, Sie sprechen mir aus der Seele. Ich ziehe meinen Vertriebskollegen jedesmal damit auf, dass ich ihn frage, ob mit "Marktbegleiter" der Zivi gemeint ist, der mit der Oma einkaufen geht - das lässt ihn meist sehr irritiert zurück. Aber auch in vielen anderen Beispielen zeigt sich, dass sich gerade im Vertrieb das Bestreben durchsetzt, bei (potenziellen) Kunden ja keine negativen Gefühle zu erzeugen. So sagte mir mal ein anderer Kollege: "Es gibt keine Probleme, nur Herausforderungen." Ich frage mich dann immer, was das an den Fakten ändern soll.